Kurskorrektur der Klima-Paniker

Neue Klimamodelle für den kommenden IPCC-Bericht rücken von früheren Extremszenarien ab. Der Beitrag setzt sich mit den Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Klimapolitik, die CO₂-Bepreisung und die öffentliche Debatte auseinander.

Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. (Ottmar Edenhofer)

Ein Gastbeitrag von Dietmar Sievers

Vor einigen Wochen versprachen Zeitungs-Schlagzeilen den ‚Abschied vom Weltuntergang‚. Die Prognosen über die Erderwärmung seien nach unten korrigiert worden. „Faktenchecker“ wie ‚Correctiv‘ widersprachen vehement: wir würden trotzdem alle verglühen! Was war geschehen? Im Fachjournal ‚Geoscientific Model Development‘ war der Artikel ‚The Scenario Model Intercomparison Project for CMIP7‚ von Detlef van Vuuren und anderen erschienen.

Klima-Panik abgesagt

In Vorbereitung des 7. Bewertungsberichts des Weltklimarats IPCC strichen die „Ritter der Weltklima-Tafelrunde“ das bisherige Extremszenario ‚RCP 8.5 / SSP5-8.5‘, das von einer Erwärmung um weit über 4 °C bis 2100 ausging. Doch die weltweiten Treibhausgas-Emissionen waren in den vergangenen Jahren nicht dem extremen Pfad gefolgt, sondern eher einer der mittleren Prognosen. Kriegerische Abenteuer, die damit verbundene Deindustrialisierung und der globale Ausbau erneuerbarer Energien bremsten den Ausstoß von klimawirksamen Gasen. Die staatsnahe Klimaforschung folgte widerstrebend der realen Entwicklung.

Doch die europäische Klimapolitik einschließlich des „Klimabeschlusses“ des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021 gehen weiterhin vom Extremszenario aus, EU und Merz-Regierung haben die Parole „Augen zu und durch!“ ausgegeben. Realistische Klimamodelle gehen von 2,5 bis 3 °C Erwärmung bis 2100 aus, wobei die bisherige Erwärmung von 1,45 °C schon enthalten ist. Bezogen auf die Basis für alle Szenarien im Jahr 1860, am Ende der kleinen Eiszeit. Skeptiker fragen schon lange, ob wir wirklich zu den Zuständen der kleinen Eiszeit zurück wollen? In eine Zeit, in der es weit verbreitete Armut, Hunger und Seuchen gegeben hat? Schon ein Grad mehr würde der Menschheit sehr gut bekommen.

Die Katastrophe ist faktisch abgesagt, doch die Politik macht keine Anstalten, darauf zu reagieren. Heizungsgesetze und die progressiv steigende CO2-Bepreisung zerstören weiterhin den bundesdeutschen Wohlstand, weil das linksgrüne Deutschland im Alleingang die Welt retten will. Milliardenbeträge werden unverändert umverteilt, mit dem Heizungsgesetz (jetzt Gebäude-Modernisierungsgesetz mit „Biotreppe“), an den Tankstellen, im CO2-Zertifikate-Handel und den CO2-Steuern für das produzierende Gewerbe.

Massive linksgrüne Narrative stützen die Umverteilung zur „Klimarettung“ á la Graichenclan. Und gerade die CDU/CSU wird leider immer linksgrüner. So ist immer öfter das Klagelied zu hören, es müsste erst ganz schlimm werden, bevor es wieder besser werden könnte. Politische Kräfte, die diesen Teufelskreis durchbrechen wollten, müssten auch die Frage beantworten, woher die beobachtete Erwärmung der letzten 40 Jahre kommt. Diese lässt sich zwanglos durch die Abnahme der globalen Wolkenbedeckung erklären. Fritz Vahrenholt hat seit 25 Jahren weltweit einen Rückgang der Wolken festgestellt. Die Sonneneinstrahlung ist sehr viel stärker geworden, sodass 80 % der Erwärmung der letzten 25 Jahre auf den Rückgang der Wolken zurückzuführen ist und nicht auf CO2.

Umweltstatistiken verzeichnen einen massiven Anstieg der Sonnenstunden in den vergangenen 20 Jahren. Das Schwinden der Wolkendecke ist sehr wahrscheinlich durch einen Rückgang von Aerosolen in der Atmosphäre zu erklären, verursacht durch weltweite Anstrengungen im technischen Umweltschutz. Weniger Staubteilchen in der Luft bedeuten weniger Kondensationskeime, an denen der Wasserdampf kondensieren könnte. Der Wasserdampf wird kühler und sinkt herab, ohne zu kondensieren. Ein Erfolg der klassischen Umweltpolitik, CO2 hat nichts damit zu tun.

Literatur:

Holger Douglas: Auf den Irrwegen der Klimapanik, Junge Freiheit      22.05.2026, S. 7

Klima-Inferno abgesagt? – https://gmd.copernicus.org/articles/19/2627/2026/gmd-19-2627-2026.pdf

Fritz Vahrenholt und Milena Preradovic – https://youtu.be/0K4ATQgqe2U?si=fqkDHphbQrxfXRqh Humlum-Klima-Zustandsbericht-2022.pdf – https://www.thegwpf.org/content/uploads/2023/08/